TONDER FESTIVAL 2019

22.08.2019 - 25.08.2019 Tønder

Wir hatte bereits 2018 berichtet, dass sich der Bekanntheitsgrad des jährlich am letzten August-Wochenende im dänischen Tønder stattfindenden Festivals auch in Deutschland mehr und mehr rumgesprochen hat. Auf dem Festival-Gelände wird es somit immer mehr multikulti und zunehmend erobern auch die jungen Freaks aus vielen Ländern dieses „Hand Made“-Event.

Das 45-jährige Bestehen war nicht nur mit vielen KünstlernInnen aus Nordamerika, Irland, dem Vereinigten Königreich und Skandinavien gespickt – australische Akteure „erobern“ neuerdings Dänemark.

Also rein ins Geschehen, denn bereits der erste Festival-Tag hatte einen superben Auftakt mit den BIRDS OF CHICAGO. Bereits im Vorjahr auf dem KILKENNY ROOTS FESTIVAL hatten wir die Möglichkeit, diese famose Band in Aktion zu sehen. Die Americana-, Gospel-, Folk- und Country-Formation mit Sängerin ALLISON RUSSELL an Clarinet, Banjo und Ukulele, ihr Gatte JEREMY LINDSAY (aka JT NERO) mit Vocals und Acoustic-Guitar und dem Gitarrero STEVE DAWSON legten einen faszinierenden Auftritt auf die Bolero-Stage. Im Mittelpunkt ihrer Präsentation das 2018er Album „Love In Wartime“ und ihrer 2017er Acoustic-EP „American Flowers“.

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CAITLIN CANTY ist aus den Vorjahren eine bereits bekannte Künstlerin auf diesem Festival. Wir denken an ihre Auftritte mit JEFFREY FOUCAULT, wo sie uns bereits mit ihrer temperamentvollen Stimme begeisterte. Die US-amerikanische Singer-Songwriterin brachte ihre teils düster-schmerzhaften aber auch wiederum verträumten Folk-, Country- und Blues-Songs ihrer letzten beiden Alben „Motel Bouquet“ (2018) und „Reckless Skyline“ (2015) mit Unterstützung ihres Dobro-Spielers gekonnt in die Herzen ihrer Zuhörerschaft.

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Jahrelang war sie von der musikalischen Bildfläche verschwunden, jetzt mit dem grandiosen 2019er Album „Sinner“ endlich wieder am Start – LESLIE STEVENS. Ihre Sopran-Stimme ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, jedoch dann geht es Schlag auf Schlag mit schlüssigen Akkordfolgen in ihren Folk- und Country-Songs wie „Storybook“, „Sinner“, „Depression Descent“, „The Tillman Song“ und „12 Feet High“. Besonders ihre Country-Titel, zelebriert mit ihrer Acoustic-Guitar, haben Atmosphäre und eine positive Grund-Stimmung. Zudem hat sie mit der Vergangenheit einen Schlussstrich gezogen. Die Handschrift des Album-Produzenten JONATHAN WILSON ist unverkennbar und übertrug sich hier auf die großartige Band mit vortrefflichen Pedal-Steeler. Die momentan in Los Angeles lebende LESLIE lieferte ein reifes Konzert mit Zukunft versprechendem Potential ab. Ein großer Sprung gegenüber ihrem ersten Album „Roomful Of Smoke“ (2010) mit THE BADGERS.

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Auf der Mainstage dann die kanadische Folk-Band THE EAST POINTERS aus Prince Edward Island. Gitarrist und Keyboarder JAKE CHARRON, Geiger TIM CHAISSON und sein Cousin KOADY CHAISSON am Banjo lieferten als Trio ein beherztes Roots-Konzert ab. Sowohl als dreistimmige Harmonie-Gruppe, nur instrumental, als auch mit keltisch geprägten Songs von ihren Alben „Secret Victory“ (2015), „What We Leave“ (2017) und „Yours To Break“ (erscheint im Herbst 2019), war kolossale Americana-Energie zu verspüren. Licht in der Dunkelheit, Beziehungen und Verbindungen in den menschlichen Tiefen und Höhen sind Inhalte ihrer Lieder. Überzeugend.

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Ein weiterer Neu-Zugang auf diesem Festival RUSTON KELLY aus Nashville. Schon in der High School hatte er ein komplettes Album zusammen, jedoch musste er erst seine jahrelange Drogenabhängigkeit bekämpfen, um erfolgreich durchstarten zu können. 2016 lernte er KACEY MUSGRAVES kennen - sie heirateten ein Jahr später – und es ging musikalisch mit der Debüt-EP „Halloween“ aufwärts. Der Durchbruch dann 2018 mit dem phantastischen Album „Dying Star“, das hier mit seiner Band ausgiebig zelebriert wurde. „Mockingbird“, „Cover My Tracks“ und „Big Brown Bus“ sind als Beispiele genannt und bekamen durch den Kapuzen-Man-Auftritt auch noch einen zusätzlich düsteren Anstrich. Alles mehr oder weniger in Metaphern verpackt, - aber auf hohem sprachlichem Niveau und mit gekonnter Gitarren-Arbeit. Sehr anspruchsvoll - volle Konzentration waren von Nöten, da kein fröhlicher Song zum Zwischen-Atmen gegeben wurde. Ein gute Laune-Live-Act stellt sich anders dar. Jedoch wesentlich besser als sein Solo-Auftritt 2018 auf dem Reeperbahn Festival in Hamburg. Morgen geht es dann akustisch in die zweite RUSTON-Darbietung…

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Am Abend war dann der Besuch der Neu-Entdeckung aus dem Vorjahr Pflicht – PAUL CAUTHEN. Hatte uns PAUL im letzten Jahr mit seinen beiden Scheiben „My Gospel“ (2016) und „Have Mercy“ (2018) und seiner Whisky-Stimme fast das Herz zerrissen, überraschte er nun mit neuen Songs aus seinen im nächsten Monat erscheinenden neuen Albums „Room 41“. PAUL ging gleich wieder mit viel Engagement in seine Show hinein – hier war Bewegung angesagt. Seine Acoustic-Guitar musste in allen möglichen Griff-Varianten und mit Schlägen herhalten, der Schweiß floss, sein Bariton pluckerte, die fast neue Live-Band war bereits perfekt eingespielt. Der texanische Troubadour brachte das komplett gefüllte Zelt mit seinem Alternativ-Country in Songs wie „Holy Ghost Fire“, „Cocaine Country Dancing“ und „Angel“ in eine freakige Tanz-Party. CHARLEY WILES, der bereits im letzten Jahr eine hervorragende Electro-Guitar spielte, wartete wieder mit etlichen Solis auf. Die neuen Song-Themen haben sich bei PAUL nicht geändert, es geht um Vergebung, Glauben, Liebe, Sünde und um seinen Rückzug ins Hotel in Room 41, wo er seine Drogen-Sucht bekämpfte. Ein Crooner mit großer Seele.

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Der Abschluss des Tages war dann dem 28-jährigen Country-, Folk- und Bluegrass-Musiker TYLER CHILDERS und seinen Mannen vorbehalten. Der Kentucky-Man hatte seine komplette Band aus dem Vorjahr dabei, so dass wieder ein famoses Happening seinen Lauf nehmen konnte. Mit Kurz-Haar-Schnitt überraschte er doch etliche seiner Fans, aber musikalisch ging es mit seinen neuen Songs vom Album „Country Squire“ richtungsweisend dort weiter, wo er letztes Jahr aufgehört hatte. Zudem stand die Produktion der neuen Scheibe wieder unter der Führung von STURGILL SIMPSON und DAVID FERGUSON. TYLERS langjährige Straßen-Musiker-Tätigkeit wird auch an diesem Abend mit Songs wie „All Your’n“, „House Fire“, „Peace Of Mind“ zur Vollendung gebracht. Der Singer-Songwriter singt viel von Heimweh, Verlust, Liebe und dem verlorenen Amerika – jeder im Venue weiß, um diese Dinge, die sich um diese Themen ranken. Jetzt beim Major-Platten-Label gelandet, bleibt sein Auftreten nach wie vor bescheiden. Vom Arbeiter-Kind mit Kirchen-Chor-Vergangenheit und lokalem Musiker zum internationalen Country-, Bluegrass- und Americana-Star – eine amerikanische Erfolgs-Story. Ganz-ganz groß – Chapeau!!!

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Zu relativ früher Stunde geht es am zweiten Tag zum Acoustic-Guitar-Gig von RUSTON KELLY und seinem Side-Man. Hier nun ein ganz anderer Auftritt, sitzend auf jeweils einem Bar-Hocker spielten die beiden Haudegen sich die musikalischen Bälle zu. Gute Laune und ein mitteilsamer RUSTON, der einige Geschichten aus seinem bisherigen unvollendeten Leben darreichte. Nach Songs und kurzem Innehalten wie bei „Son Of A Highway Daughter“, „Paratrooper’s Battlecry“, “Mercury”, „Just For The Record”, „Jericho“ und „Big Brown Bus“ ließen Gedanken aufkommen, hier denkt er wohl an dunkle Geschehnisse zurück, aber auch an sein Glück das KASEY ihn einfach abgeholt hat. Seine Mundharmonika-Passagen sind dabei punktuell fein gewählt. Bei RUSTONS Performance konnte man ein bisschen an den jungen JOHN PRINE denken. Sehr gelungener Auftritt - ein Highway-Man mit lebensbejahender und Erfolg versprechender Americana-Music.

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Danach erlebten wir dann einen absolut konzentrierten Auftritt von der englischen Singer-Songwriterin KATE RUSBY mit ihrer großartigen Band. Ihre intensiven Folk-Songs verbreiten eine ganz besondere Wirkung im Festival-Zelt – ihre einzigartig engelsgleich-schmeichelnde Stimme lässt sie wie eine Fee erscheinen. Ihre fein ziselierte Folk-Kunst weist Traditionelles, Festliches und Eigenes auf. 17 Solo-Alben sind bereits von KATE erschienen. Von ihrem aktuellen Album „Philosophers, Poets & Kings” (2019) gab es etliche Titel zu hören – wundervoll „Until Morning“, „Jenny“, „Halt The Wagens". Vom Album „Life In A Paper Boat“ (2016) durfte selbiger Song und „Hunter Moon“ nicht fehlen. Alles feine Folk-Idiome auf höchstem Niveau – berührende Melodien, bewegend. Irgendwie dachten wir auch bereits im August voller Spannung an das angekündigte fünfte Weihnachts-Album das Ende November erscheinen soll!

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Nach dem gestrigen Adrenalin-Gig von PAUL CAUTHEN und seinen Mannen zog es uns am Nachmittag bei herrlichem Wetter zur Mainstage, um uns das nächste PAUL-Spektakel anzusehen. Seine Performance inklusive die seiner Mitstreiter wieder ein außerordentliches Texas-Outlaw-Country-Music-Erlebnis. Hier auch Songs seiner ersten beiden Alben wie „Resignation“, „Hanging Out On The Line“, „In Love With A Fool”, „Saddle“ in beeindruckender Präsentation. „Prayed For Rain“ dann ein würdiger Abschluss. Übrigens sein Großvater war Prediger, aber das hatten wir ja bereits letztes Jahr, er will diesbezüglich nicht in seine Fußstapfen treten…

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Nach Familien-Zuwachs nun wieder on Tour MANDOLIN ORANGE - das Americana-Folk-Duo in Gestalt von der Multi-Instrumentalistin EMILY FRANTZ (Gesang, Banjo, Mandoline, Gitarre) und dem Singer-Songwriter ANDREW MARLIN (Gesang, Gitarre, Mandoline). Hier mit Verstärkung von drei Musikern on Stage. Die seit Jahren sehr angesagten Folk-Akteure aus North Carolina nun in der für dieses Ereignis viel zu kleinen Location Visemøllen. Etliche Freaks kamen leider nicht mehr rein… EMILY und ANDREW legten natürlich auf ihr gerade erschienenes sechstes Album „Tides Of A Teardrop“ ein besonderes Augenmerk. In anspruchsvollen Arrangements werden unaufgeregte Folk-, Country- und Bluegrass-Balladen zelebriert – teilweise nur mit Geigen- und Mandolinen-Virtualität. Der Harmonie-Gesang der Protagonisten ist vom Feinsten. „Golden Embers“, „The Wolves“, „Time We Made Time“ - wunderbar. Gegenüber unserem letzten Besuch eines ihrer Konzerte in Deutschland eine nochmalige Steigerung.

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Einen überwältigenden Nachschlag haben wir uns dann bei den BIRDS OF CHICAGO in einem der zwei Festival-Zelte geholt. Von diesem Gig sind uns besonders Songs wie „Travelers“, „Superlover“, „Roll Away“, „Lodestar“ und „Baton Rouge“ in bester Erinnerung. Nicht zu vergessen die wunderbaren Songs von ihrem 2017er EP-Album „American Flowers“ mit „Alright Alright“ und „American Flowers“ –beim letzteren Song sangen dann im Refrain alle Freaks mit, nachdem JT NERO den inhaltlichen Sinn des Titels erklärt hatte. ALLISONS exquisite Stimme oft soulig emotional dargereicht machten die Gospel-, Country- und leichten Roots-Anflüge in allen Songs zu berührend schlichter Schönheit. Sogar ihr Pfeifen im Song „Superlover“ vorzüglich dargeboten. Auch die Gitarren-Soli von STEVE DAWSON ganz exzellent. Somit hatten wir bereits am zweiten Festival-Tag einem absoluten Highlight-Auftritt beigewohnt. Große Empfehlung!!!

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CHRIS SMITHER (William Christopher Smither) gab nicht zum ersten Mal auf diesem Festival seine Songs in einem Solo-Auftritt zum Besten. In seinen 75 Jahren hat der Singer-Songwriter viele Aufenthalts-Orte und Länder, wie New Orleans, Cambridge, New York, Paris, Louisiana, Texas, Florida, Mexiko usw. bereist und dort seinen musikalischen Werdegang erfolgreich im Folk, Blues und Rock offeriert. Von seinem ersten Album „I’m A Stranger Too!“ bis zum aktuellen „Call Me Lucky“ hat er seine Greatest Hits hier noch mal vorgestellt. Mit nach wie vor ausdrucksstarker knochiger Stimme, herzbrechender Seele und fingerpicked Acoustic-Guitar war es ein sinnlicher und mit Emotionen vorgetragener Gig. Er ist halt ein amerikanisches Original.

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Wie seit etlichen Jahren steht der Mann mit dem Hut gerne auf der Bühne etwas im Hintergrund und singt seine Songs aus der Dunkelheit heraus. Es ist der in Colorado seine Heimstatt gefundene und im südafrikanischen Johannesburg geborene GREGORY ALAN ISAKOV. Ein viel gereister Mann, der seine Erlebnisse in famosen Geschichten aus alter Zeit mit einprägsamen Landschaften, Wetter-Berichten und bewegenden Menschen-Begegnungen vorträgt. Sein Songwriting ist großartig, seine melancholischen Folk-Songs erreichen uns mit einprägsamer Stimme und seine vier Mitstreiter unterstützten ihn grandios – inklusive ihres Harmonie-Gesangs. Sein Auftritt ist von einem großen Balladen-Anteil geprägt und zudem von Country- und Heartland-Elementen. Seine Songs klingen nicht nur episch und elegisch, sondern haben viel Tiefe und vortreffliche Reife wie z. B. in „Chemicals“, „San Luis“, „Southern Star“ und „Time Will Tell“. Ganz exzellent. Ein wunderbarer Tagesabschluss für uns.

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Der dritte Festival-Tag begann für uns musikalisch mit dem Auftritt eines Künstlers und seiner Band aus Down Under, wobei wir generell positiv feststellten, dass australische Acts auf diesem Festival immer mehr Verbreitung finden. WILLIAM CRIGHTON ein punkig-spiritueller Meister im New-Folk und Alternative, der mit Resonator-Guitar, an Keyboard und seiner gewaltigen Stimme bereits früh am Tag zum Sturm blies. Seine Frau verzerrte etliche Songs am Megafon-Harp-Blaster-Micro. Ein weiterer Mitstreiter an der Bamboo-Didgeridoo brachte uns die australische Aborigine-Geschichte von vor 40.000 Jahren nahe. Ein aufmüpfiger Drummer und ein aktiver Bass-Player vervollständigten das Ensemble. Ein Konzert der etwas anderen Art, von der Kultur der Aborigines in deren Verbindung zum Kontinent und der musikalischen Interpretation eines Draufgängers. Das alles stimmig mit „Jesus Blues“, sphärisch mit „Happiness“, sehr lebendig mit „Woman Like You“ und ausdrucksstark mit „2000 Clicks“ tönend.

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Und schon der nächste australische Alternative-Rock-Singer-Songwriter - auch Schauspieler und Autor - DAN SULTAN (Daniel Leo Sultan) im Solo-Auftritt an der E-Guitar und am Keyboard. Der 35-Jährige hatte bereits 2006 mit seinem Debut-Album „Homemade Biscuits“ ersten Erfolg, der sich bis zu seiner aktuellen 2019er Scheibe „Aviary Takes“ festigte. Mit Songs wie „The Same Man“, „Old Fitzroy“, “Under Your Skin” und “Magnetic” bot er sein großartiges musikalisches Vermögen dar. Sein neuestes Werk ist ein Kinder-Album namens „Nali & Friends“ (2019). Ein Mann mit großem Potential - eine Koryphäe auf vielen kulturellen Ebenen mit zahlreichlichen Auszeichnungen und Preisen dekoriert.

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Ein in unseren Gefilden so gut wie unbekannter Singer-Songwriter mit großem Potential ist der aus Taos, New Mexico stammende MAX GOMEZ. Ein junger aufstrebender Guitar- und Mundharmonika-Player mit Folk- und Americana-Songs vom Feinsten. Sein Debut-Album „Rule The World“ mit gleichnamigem Track und „Run From You” sind besonders hochkarätige Songs, die grandios zelebriert wurden. Seine 2017er EP „Me & Jo“ mit den Songs “Joe“ und „Make It Me“ sind absolute Highlights seines Auftritts. Mit der famos-tatkräftigen Unterstützung seines Pedal-Steel-Players klingt alles kohärent und gekonnt. Den jungen Mann werden wir weiter beobachten.

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Nach überstandener Krankheit endlich wieder on the Road - PATTY GRIFFIN (Patricia Jean Griffin). Die 55-jährige großartige Singer-Songwriterin zelebrierte hier Ihre Highlights aus fast zwanzig Jahren erfolgreicher Record-Veröffentlichung einschließlich ihres aktuellen diesjährigen Albums „Patty Griffin“. Etliche neue Songs haben ihren Ursprung nach wie vor im Folk und spartanischen Country, zunehmend im Gospel und sphärische Klänge sind auch ausreichend vorhanden. Großartige Songs, die hier das Licht der Bühnen-Präsenz erblickten wie „Bluebeard“, „Mama‘ Worried“ und „River“. Zudem wurde diese Performance feinsinnig von ihrer grandiosen Band umgesetzt. Alles klang melodisch, teils auf Sparflamme getrimmt, gefühlvoll und dennoch auch in Americana und Soul fließend, weniger in Pop-Attitüden. Ihre Stimme kraftvoll, das kam besonders in ihren Soli zum Tragen. Es war klar, dass wir auch am nächsten Tag den Schätzen dieser phänomenalen Künstlerin inklusive ihrer Mitstreiter lauschen.

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Mit dem schwedischen Singer-Songwriter DANIEL NORGREN trafen wir zu später Stunde einen bereits von etlichen Konzerten Bekannten wieder. Mit seiner langjährigen fabelhaften Band legte DANIEL einen kolossalen Ritt in Blues und Rock aufs Parkett. Mit seinem Kontrabass-Kollegen ANDERS GRAHN erlebten wir ein perfektes Zusammenspiel und DANIELS Klavier-Performance mit „The Flow“ und „The Power“ hatte eine ganz besondere Note. Zudem erzeugte ANDREAS FILIPSSON an der E-Guitar viel Druck und ERIK BERNTSSON trommelte was die Stöcke hergaben. Im Mittelpunkt des Gigs stand das siebte Album „Wooh Dong“ vom April 2019, in dem Orte, Menschen und Landschaften für den Musiker von großer Bedeutung sind. „When I Hold You In My Arms“ ein Zeugnis seiner kraftvoll beseelten Leidenschaft voller Herzblut.

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SUSTO hatten wir bereits mit einem erstklassigen Solo-Auftritt auf dem Static Roots Festival 2018 in Oberhausen mit vielen Songs seines seinerzeit erschienenen Albums „And I’m Fine Today“ (2017) erleben dürfen. Nun war JUSTIN OSBORNE mit großartiger Band vor Ort und läutete den letzten Festival-Tag mit einem phantastischen Roots-Rock-Ritt ein. Obwohl der Gig im schattigen Jam Teltet standfand, waren alle Musiker zur frühen Stunde Sonnen bebrillt, Das war eventuell ein besonderes Zeichen für die Jungs aus South Carolina ein wirklich lebendiges Konzert mit „Chillin' On The Beach With My Best Friend Jesus Christ“ zu entwickeln. Mit dem neunen Album „Ever Since I Lost My Mind” (2019) waren auch wieder die Themen von Dunkelheit, Verlust und Vergänglichkeit, von verrückten und seltsamen Zeiten aufgerufen. Auf seinen beiden Händen steht auf den Finger-Knöcheln tätowiert ACID BOYS, jedoch erlebten wir JUSTIN als aufgeschlossenen Alt-Country- und Americana-Band-Anführer, wenn wir an Songs wie „Weather Ballons“ und „Homeboy“ zurückdenken. Ein Alleskönner an der Acoustic-Guitar und am Keyboard mit prägnanter Stimme.

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Eine der momentan aufregendsten kanadischen Singer-Songwriterinnen für dieses Festival zu verpflichten, war mit JENN GRANT ein besonderer Glücksgriff. Gerade war ihr bereits siebtes Album „Love, Inevitable“ (produziert von TUCKER MARTIN) erschienen, dass hier in ihren Auftritten mit ihrem husband DANIEL LEDWELL im wunderbaren Zusammenspiel gekrönt wurde. DANIEL an der E-Guitar und am Keyboard, JENN mit der Acoustic-Guitar und im Solo-Gesang. Das aus Halifax - Nova Scotia - kommende Duo ließ im Verlauf ihres Auftritts mit ihrem Folk-Pop und ihrer imponierenden Darbietung die Musikfreunde im Pumpehuset immer wieder zu kleinen Begeisterungsstürmen ausbrechen. „Our Love“, „Keep A Light On“ fabelhaft, aber auch ihre bekanntesten Songs „Dreamer“, „Lion With Me“, „Heartbreaker“ und „Make IT Home Tonight“ durfte nicht fehlen. Gänsehaut-Balladen der Tonkunst, 100% livehaftig.

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Bei PATTY GRIFFIN haben wir es mit einer Ausnahme-Künstlerin zu tun, die für ihr bisheriges musikalisches Schaffenswerk mit vielen Auszeichnungen dekoriert wurde – z. B. „Grammy Awards“ und „Artist of the Year“. Diese Lobpreisungen bestätigte sie hier in einer beindruckenden Festival-Präsentation. Mit fester Stimme, formidabler Melodieführung und enormer Schlag-Technik auf allen ihren Acoustic-Guitars stand PATTY gefestigt im Rampenlicht und ihre Songs perlten. Ihre Themen sind geprägt von Freude & Schmerz, Liebe & Tod, Beziehung & Trennung, vom Seelenleben, der Hilfe für Menschen, die auf der Schatten-Seite dieser Welt leben, bis zum Klimawandel & Umweltschutz. An diesem Tag auch wieder Im Vordergrund die Songs ihres zehnten Studioalbum. „River“ ist der Song der Stunde – eine aufwühlende Meditation über die innere Stärke und Widerstandskraft einer Frau. „Where I Come From“ und „Bluebeard“ sind heute noch stärker als gestern und dann das wunderbare „The Whell“. Natürlich gab es auch sogenannte Klassiker aus ihrem Repertoire wie „Standing“, „Truth #2“, „Move Up“ und „Shine A Different Way“, alle Songs zum Niederknien. Ihr Name - geadelt!!!

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Dem Beiwohnen des Auftritts einer der diesjährig letzten Gigs auf dem Festival sahen wir mit besonderem Augenmerk entgegen. In unseren Landen immer noch ein Geheimtipp aus der Texas Roots-Country-Szene CHARLEY CROCKETT. Aber auch dem Blues und dem Americana ist der coole Typ fulminant aufgeschossen. Aufmerksam wurden wir bereits durch seine beeindruckenden Alben „Lonesome As A Shadow“ (2018) und „Lil G.L.'s Blue Bonanza“ (2018). In seiner meisterhaften Retro-Styler-Performance stand hier der Vorgriff auf sein neues Album „The Valley“ mit herausragenden Songs wie „9 Lb Hammer“ und „The Valley“. Eine erstklassige Band stand ihm dabei zur Seite. Seine außergewöhnliche Stimme, sein Guitar- & Banjo-Spiel und seine draufgängerischen Tanz-Einlagen waren Erlebnisse der besonderen Art. Mit brillanten Arrangements und keinesfalls altmodischen Songs in Country-Soul, Cajun und Western Swing war es ein krönender Abschluss des Festivals. Bitte CHARLEY, genauso wie das Festival, fest im Auge behalten.

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Wir wissen, wir wiederholen uns und können nur immer wieder sagen: Wer handgemachte Live-Musik erleben möchte, der ist auf diesem Festival richtig gut aufgehoben. Zudem sind die vielen gastronomischen Einrichtungen für die Flüssig- und Fest-Nahrungs-Aufnahme super.

Bedanken möchten wir uns ganz herzlich beim Veranstalter-Team rund um Maria Theessink und allen Helfern des erstklassigen Festivals - einem Event der Sonder-Klasse!!!