WOLFGANG NIEDECKEN / BAP

September 2020 Interview und neues Album "Alles Fliesst"

Wer hätte das gedacht: „Alles Fliesst“ ist nun auch schon das 20. Studio-Album des Ur-Kölner Ensembles BAP. Und dabei bleibt es ja nicht – denn es kommen ja etliche Live-Alben und Wolfgang Niedeckens Solo-LPs noch hinzu. Es ist dann im Grunde genommen kein Wunder, dass das neue Werk „Alles Fliesst“ heißt. Nicht nur deswegen, weil es Wolfgang mag, dass das Eine ganz natürlich aus dem Anderen hervorgeht, sondern vor allen Dingen deswegen, weil dadurch deutlich wird, dass es kaum noch etwas geben kann, was den „Dylan aus der Südstadt“ (wie er früher ja gerne genannt wurde), wirklich aus der Ruhe bringt – nicht ein Mal so etwas wie die Corona-Krise. Das heißt nicht, dass Niedecken sich nicht mehr für die Neuzeit interessiert, sondern nur, dass er die Sache heutzutage mit einer gewissen heiteren Gelassenheit betrachtet (die er sich beim „Vater Rhein“ abgeschaut hat, der ihn zu dem LP-Titel mit inspirierte). Die neue Songsammlung ist also eine Mischung aus betont persönlichen Liedern mit Bezug zur eigenen Geschichte, beharrlichen politischen Kommentaren und Slice-Of-Life-Momentaufnahmen, die Niedecken in seiner urtümlichen Manier nach wie vor konsequent auf Kölsch (der einzigen Sprache, die man auch trinken kann) vorträgt.

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GIANT ROOKS

September 2020 Interview

Bereits in der letzten Road-Tracks-Ausgabe standen uns die Giant Rooks aus Hamm in Westfalen Rede und Antwort. Damals standen sie noch auf dem Sprung zu einer beispiellosen Karriere, die im Folgenden nicht nur dazu führte, dass die Jungs mit Tracks wie „Watershed“ solide Hits einfahren konnten und nun endlich auch ihr lang ersehntes Debüt-Album „Rookery“ veröffentlicht haben, sondern vor allen Dingen dazu, dass sie sich durch unermüdliches Live-Spielen zu einem der angesagtesten Acts auf diesem Sektor entwickelt haben. Heutzutage spielen die Jungs, die dereinst auf der Mini-Bühne des Orange Blossom Festivals starteten, die größten Festivals, Hallen und Stadien – und können auch im Ausland (in England etwa) auf eine stetig wachsende Gefolgschaft zählen.

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NATIVE HARROW

September 2020 Interview + New Album „Closeness“

Bislang war die Sache eigentlich ganz einfach: Die aus der Gegend um Woodstock im Staate New York stammende Songwriterin Devin Tuel veröffentlichte ihre ersten CDs „Ghost“ und „Sorores“ unter ihrem nom de plume „Native Harrow“ (= ein amerikanische Egge zur Bodenvorbereitung) noch im Eigenvertrieb und entwickelte dabei einen auf klassischen Folk-Traditionen basierenden, poetischen Songwriter-Stil in dem sie esoterische Einflüsse und einen Hang zu Hippie-Idealen erkennen ließ. Das orientierte sich interessanterweise aber keineswegs am klassischen Woodstock-Sound, sondern eher am Westcoast und Laurel-Canyon Setting. Mit dem dritten Album, „Happier“ nahm die Sache mit Labelunterstützung Fahrt auf. Das Album wurde in Chicago mit dem Produzenten Alex Hall eingespielt und hier diversifizierte Devin ihren Sound bereits. Mit dabei ist von Anfang an Multiinstrumentalist Stephen Harms, der zwischenzeitlich auch Devin's Ehemann ist und auf dem nun vorliegenden, vierten Album „Closeness“ auch offiziell als Bandmitglied gefeatured wird. „Closeness“ kommt dabei deutlich variantenreicher, üppiger und stilistisch ungebundener daher als die bisherigen Native Harrow-Scheiben.

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KATHLEEN EDWARDS

August 2020 Interview + New Album „Total Freedom“

Eigentlich hatte sich die Kanadierin Kathleen Edwards nach der Tour zu ihrem letzten Album „Voyager“ aus dem Jahre 2012 aus dem Musikbusiness zurückgezogen und sich erst mal auf ihr Café mit dem ironischen Namen „Quitters“ konzentriert, das sie mit ihrem ehemaligen Manager Rick Trembly 2014 in der kanadischen Kleinstadt Stittsville eröffnet hatte. Das kam damals recht überraschend, da sich Kathleen musikalisch und kommerziell eigentlich auf einem guten Weg zu befinden schien. Freilich gehört Kathleen nicht zu jener Sorte von Künstlern, die sich aus kommerziellen Gründen der Musik zugewendet haben und kam mit den an sie herangetragenen Erwartungshaltungen einfach nicht zu recht. Außerdem schien es ihr nicht zu gelingen, ihr persönliches Leben von jenem ihrer Bühnenpersona zu trennen. Das Ende einer komplizierten Beziehung zu Justin Vernon von Bon Iver – der weiland auch ihr Album „Voyager“ produziert hatte – war schließlich der Auslöser dafür, sich erst mal eine Auszeit zu nehmen, nachdem zuvor schon Kathleens Ehe mit Colin Cripps in die Brüche gegangen war. Da Kathleen angedeutet hatte, dass es sich bei diesem Rückzug nicht um eine endgültige Entscheidung gehandelt habe, ist es dann nicht ganz so erstaunlich, dass nun ein neues Album vorliegt, dessen Titel „Total Freedom“ bereits andeutet, worum es Kathleen letztlich eigentlich geht.

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PRINZ GRIZZLEY

August 2020 Interview + New Album „To My Green Mountains Home“

Hallo Chris, nach dem sehr erfolgreichen Debut-Album „Come On In“ aus 2017 nun der zweite Longplayer mit dem Titel „To My Green Mountains Home“, erschienen am 26. Juni 2020. Aber beginnen wir erst mal mit dem Namen PRINZ GRIZZLEY, da bisher etliche Musik-Fans weder Dich noch Deine Band kennen. Wie kam es zu diesem Namen?

Chris: Ja dieser Name hat schon für etliche Verwirrung gesorgt, ist aber ganz einfach zu erklären. „Prinz“ ist mein Vorname und „Grizzley“ mein Nachname! Ich hatte da mal eine lustige Konversation mit „Shakey Graves“ aus Austin Tx., dass es ihm häufig ähnlich ergeht und die Menschen fragen, ob er denn nicht der Typ aus der einen Band sei! Also merke „Prinz Grizzley“ Soloact, „Shakey Graves“ Soloact.

Eure Roots liegen im Vorarlberg. Bei Musik aus den Bergen, da denken viele Musik-Freaks in unseren Landen an eine ganz anders geartete Mucke. Ihr bringt Americana, Blues, Country und Honky Tonk zum Klingen, so dass es die Assoziation gibt, „von wo kommt die Band?“ ... wir dachten aus den Süd-Staaten der USA. Wie ist Eure Befindlichkeit zur österreichischen Alpenkultur? ...

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LARKIN POE

11.06.2020 Interview + New Album „Self Made Man“

Lange Zeit haben Rebecca und Megan Lovell nach dem geeigneten musikalischen Format gesucht. Als die beiden Schwestern aus Atlanta, Georgia sich 2010 entschlossen, das Bandprojekt Larkin Poe zu gründen, nachdem sie zuvor mit ihrer dritten Schwester Jessica zusammen das Bluegrass-Ensemble Lovell Sisters betrieben hatten, gab es noch keine konkreten Vorstellungen. Auf fünf EPs versuchten sich Rebecca und Megan an allen möglichen Stilen und Formaten, bis dann ungefähr 2012 die Erkenntnis wuchs, dass sie sich von den ursprünglich dominierenden Folk-Tendenzen zur Genüge emanzipiert hatten, um in eine neue, rockigere und elektrischere Richtung zu zielen. Die beiden resultierenden Alben „Kin“ bzw. „Reskinned“ zeigten die Schwestern in einem Mindset das zwischen Rock, Pop, Blues und Folk hin und herpendelte. Es war dann schließlich die Entscheidung, sich mit dem Album „Peach“ 2017 im Wesentlichen jener Musik zuzuwenden, mit der Rebecca und Megan sich mittlerweile am ehestem identifizieren konnten: Dem elektrischen Blues südstaatlicher Prägung nämlich. Durch diesen Schritt konnten sie nicht nur eine vollkommen neue Fan-Gemeinde hinzugewinnen, sondern auch den Blues für ihre ursprüngliche, jüngere Gefolgschaft interessant gestalten – etwa indem sie die Studioaufnahmen ohne Band zu zweit realisierten und dabei auch zeitgemäße, moderne Produktionstechniken einsetzten. Das wurde auch auf den beiden nachfolgenden Alben, dem Grammy-nominierten „Venom & Faith“ und auch dem neue Album „Self Made Man“ mehr als deutlich ...

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JESS WILLIAMSON

14.05.2020 Interview + New Album „Sorceress“

Bislang war die US-Songwriterin Jess Williamson als klassische Americana-Künstlerin bekannt. Das ist insofern erklärlich, als dass die junge Dame aus Texas stammt und dort zwischen ihrem Geburtsort Dallas und der Universitätsstadt Austin ihre musikalische Prägung erhielt und zunächst als Banjo-Spielerin ihr Herz für die klassischen Folk- und Country Roots des Genres entdeckte. Später zog sie dann nach New York, wo sie eine Ausbildung als Photographin begann, sich dann jedoch entschloss, nach Los Angeles zu ziehen, wo sie bis heute lebt und arbeitet. Sie veröffentlichte bislang die drei Alben „Native State“, „Heart Song“ und „Cosmic Wink“ und entwickelte sich auf diesen von den ursprünglichen Folk-Roots hin in eine vielseitigere Richtung in der sich zunehmend Westcoast-Einflüsse und Rock-Elemente wiederfanden. Mit ihrem zauberhaften neuen Album „Sorceress“ schlägt sie nun eine neue musikalische Richtung ein und scheut auch nicht davor zurück, mit Pop-Elementen und Synthesizer-Sounds zu experimentieren. Wie sieht Jess selbst ihre musikalische Entwicklung? ...

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NATHAN KALISH

April 2020 Interview + New Album „Songs For Nobody“

Im April veröffentlichte Singer-Songwriter Nathan Kalish sein 10 brandneue Songs umfassendes Album „Songs For Nobody“: feinste Americana zwischen modernen Protestsongs, Folk mit Indie-Note und mitreißendem Alt.-Country, wunderbar frisch und dynamisch produziert, textlich meisterhaft zwischen oft scharfzüngiger Lakonie und emotionsgeladenem, intimem Storytelling pendelnd. Kalish, der in der Vergangenheit u.a. mit den Deadstring Brothers tourte, überzeugt nicht nur als virtuoser Gitarrist, sondern verfügt auch über eine Stimme, deren Wiedererkennungswert an die Markanz eines Gordon Lightfoot erinnert.

Für Roadtracks hat Nathan Kalish im Vorfeld der Veröffentlichung unter anderem über die Enstehung des Albums, das Leben auf Tour und seine spezielle Verbindungen zu Europa geplaudert ...

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ANNA TERNHEIM

2019 Interview + New Album „A Space For Lost Time“

Auf der Tour zu ihrer aktuellen LP „A Space For Lost Time“ offenbarte die schwedische Songwriterin Anna Ternheim, dass das Schreiben von neuen Songs für sie sei, wie das beschwerliche Erklimmen eines Berges – auf den sie sich demzufolge alle zwei Jahre ungefähr 10 Mal hinaufquälen müsse. Das erklärt dann zumindest die längeren Pausen zwischen Annas Veröffentlichungen. Um sich für ihr neues Album mal diesbezüglich ein wenig Erleichterung zu verschaffen, kam Anna auf die Idee, das neue Material in Los Angeles zusammen mit US-Studiomusikern einzuspielen – und dabei gleich noch ein wenig Westzeit-Feeling einzufangen. So richtig geglückt ist Anna das freilich nicht, denn obwohl sich unter den neuen Songs einige poppige Up-Tempo-Nummern befinden, obsiegte zuletzt dann doch wieder die klassische Düsternis, die sich zumindest wie ein Schleier – oft aber auch als tiefschwarze Nachtschatten – über Annas Szenarien legen ...

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